· THOUGHTS OF THE DAY

Seit Tagen laufe ich mit der gleichen nassen Jeans durch die Gegend und so ahne ich langsam, daß dieser Blog mit "Fashion and More" im Moment nicht mehr all zu viel zu tun hat und das es auch nicht einfach nur ein lustiger Reisebericht wird, sondern eine Plattform für mich ist, meine Gefühle und Gedanken zu ordnen und in eine Form zu bringen.

Der ein oder andere von Euch mag denken, „hat die es gut, sie geht auf so eine große Reise, ist frei und erfüllt sich etwas, wovon viele andere nur träumen können. Das stimmt! und doch habe ich gerade keine leichte Zeit, übe mich in Loslassen, befinde mich in einer Phase der "Häutung", der Heilung und hoffentlich des Neuanfangs!

Vor 5 Tagen bin ich in Vancouver angekommen. Die meiste Zeit regnet es in Strömen und das in einer Stadt, die eigentich von ihren Outdoor Aktivitäten lebt. Ich wohne zwei Blocks vom Strand entfernt von dem aus man die Innenstadt mit dem Böotchen erreichen kann, es gibt einen großen Park, den man mit dem Fahrrad erkundet und eine Hängebrücke über einem Canyon aber dazu später mehr...

 

Ich muss ersteinmal meinen Jetlag überwinden und mich wieder daran gewöhnen alleine unterwegs zu sein. Ich bin ja schön öfter alleine verreist und alleine essen zu gehen habe ich schon vor vielen Jahren gelernt. Das geht mal besser und mal schlechter aber heute wurde ich vor eine neue Stufe der Herausforderung gestellt.

Obwohl es in Strömen regnet habe ich mich abends noch mal einmal aufgerafft.

Es ist Samstag Abend und der Italiener zu dem ich gehen wollte ist voll mit Leuten, die ihren Abend mit Freunden in fröhlicher Runde geniessen, die Wartezeit beträgt mindestens 1 Stunde, so entscheide ich mich dagegen, würde aber heute wirklich gerne noch ein Glas Wein trinken. Die Straße runter hatte ich am Tag davor noch ein Restaurant entdeckt was aussah wie ein Japaner, nun war ich zwar gestern schon bei einem, aber egal irgendetwas werde ich schon finden. Schon als ich den Laden betrete wird mir klar, dies ist kein 08/15 Restaurant. Aber ich bekomme einen Platz an der Bar, ziehe meine triefend nasse Jacke aus und ganz langsam realisiere ich wo ich da gelandet bin. Ein sehr authentischer Japaner höchster Kategorie. Die Speisekarte reicht von getrüffeltem Tofu über verschiedene Sorten seltener Krabben und Muscheln bishin zu besonders ausgefallenem Sushi das teilweise 50 $ pro Stück kostet. Wein gibt es keinen, stattdessen Sake und japanischen Whisky. Die Gäste sind japanische Familien und verliebte Pärchen , die den Küchenchef per Handschlag begrüßen und ihn bitten, wie immer eine schöne Auswahl zusammenzustellen.

 

Einen Moment überlege was tun, aufstehen und gehen oder mir irgendwie etwas aus diesem Menü aussuchen, Augen zu und durch?!... Ich sitze da in nassen Jeans und nassen Socken in meinen Turnschuhen in denen das Wasser steht , müde und fernab der Heimat und ein tiefes Gefühl der Kleinheit kommt über mich und dem allen nicht „gewachsen“ zu sein.

Die Frage ist, warum tue ich mir das an und warum gerate ich genau in solche Situationen, denn seien wir doch mal ehrlich, die meisten Menschen sind entweder in Gesellschaft, hätten sich etwas beim Take away geholt oder wären wahrscheinlich gar nicht erst alleine auf Reisen gegangen...

Aber ich glaube das Leben schiebt uns eben genau in die Situationen, die wir brauchen um uns weiterzuentwickeln...

Dann bestellte ich eine Udon Suppe, die beste meines Lebens ! und ein Bier. Und schlürfe beides so würdevoll ich kann.

 

Und wer sagts denn, am nächsten Morgen stehe ich beim Yoga wie ein Baum und bin über Nacht bestimmt 3 cm gewachsen... und an diesem Abend klappts auch mit dem Italiener (;

#embracechange

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